Laserschutzbeauftragter

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Anforderungen und gesetzlicher Hintergrund

Vorbemerkung: Die geschlechtsspezifischen Bezeichnungen „Laserschutzbeauftragte“ und „Laserschutzbeauftragter“ werden nachfolgend einheitlich und gleichberechtigt als „Laserschutzbeauftragter“ tituliert.

Stand: 08/2021

 

Laserschutz und Lasersicherheit

Laser emittieren nichtionisierende Strahlung und können sowohl für Anwender/Behandler als auch Patienten bzw. weitere im Laserbereich anwesende Personen eine Gefährdung darstellen. Von der Laserstrahlung sind dabei primär die Augen und die Haut betroffen. Es kann aber auch zu indirekten Gefährdungen, bspw. durch Brand- und Explosionsgefahren, toxische oder infektiöse Stoffe sowie elektrische Gefahren kommen.

Laser (medizinische Lasersysteme, Dentallaser, Laborlaser, sonstige) dürfen daher nur von Personen betrieben und angewendet werden, die dafür die erforderliche Ausbildung oder Fachkenntnis und Erfahrung besitzen.

Beim Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B und 4 ist laut Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 11 „Laserstrahlung“ (soweit noch anwendbar) bzw. der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) und den daraus abgeleiteten Technischen Regeln (TROS) „Laserstrahlung“ ein Laserschutzbeauftragter vorgeschrieben, falls der Arbeitgeber/Betreiber diese Qualifikation nicht selbst besitzt.

 

Laserschutzbeauftragter (Anforderungen nach OStrV und TROS “Laserstrahlung”)

Mit der letzten Änderung der OStrV im Oktober 2017 sowie einer Aktualisierung der TROS „Laserstrahlung“ durch Bekanntmachung im Gemeinsamen Ministerialblatt im November 2018 wurde der Funktion als Laserschutzbeauftragter eine größere Bedeutung zugewiesen. Demnach verfügt ein Laserschutzbeauftragter:

  1. „über eine abgeschlossene technische, naturwissenschaftliche, medizinische oder kosmetische Berufsausbildung oder
  2. über eine vergleichbare, mindestens zweijährige Berufserfahrung

jeweils in Verbindung mit einer zeitnah ausgeübten beruflichen Tätigkeit an entsprechenden Laser-Einrichtungen der Klassen 3R, 3B bzw. 4.”

Ein Laserschutzbeauftragter ist vom Arbeitgeber/Betreiber schriftlich zu bestellen. Nach OStrV ist die schriftliche Bestellung als Laserschutzbeauftragter bereits vor der ersten Inbetriebnahme eines Lasers der Klassen 3R, 3B oder 4 erforderlich. Bei Nichtbeachten drohen dem Betreiber der Anlagen empfindliche Bußgelder.

Ggf. sind für die Überwachung des sicheren Betriebs von Lasern mehrere Laserschutzbeauftragte zu bestellen. Gründe hierfür können laut TROS „Laserstrahlung“ sein:

  • „Komplexität der Aufgabenstellung (z. B. wechselnde Aufbauten, häufige Justierung, Einsatz von Fremdfirmen, unterschiedliche Fachbereiche u. a. in Krankenhäusern, mobiler Einsatz von Lasern)
  • Schichtarbeit, Vertretung bei Abwesenheit
  • mehrere Betriebsorte mit Laser-Einrichtungen
  • Anzahl der Laser-Einrichtungen mit hoher Gefährdung (z. B. hohe optische Leistung, Strahlengang nicht sichtbar)“

Gemäß § 5 OStrV unterstützt ein Laserschutzbeauftragter den Arbeitgeber:

  1. „bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung,
  2. bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen und
  3. bei der Überwachung des sicheren Betriebs von Lasern.“

In der Wahrnehmung dieser Aufgaben arbeitet ein Laserschutzbeauftragter eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt (so vorhanden) zusammen.

Die Verantwortung für die Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen und der Gefährdungsbeurteilung von Lasern der Klassen 3R oder höher verbleibt beim Arbeitgeber/Betreiber. Ein Laserschutzbeauftragter oder eine andere fachkundige Person können hierbei unterstützend tätig werden.

Die Qualifikation als Laserschutzbeauftragter erfordert den Besuch eines anwendungsbezogenen Laserschutzkurses oder Laserschutzseminars mit erfolgreich absolviertem schriftlichem Wissens-Test (Abschlussprüfung). Die Fachkenntnisse als Laserschutzbeauftragter sind außerdem durch regelmäßige Teilnahme an spezifischen Fortbildungsmaßnahmen auf aktuellem Stand zu halten. Die TROS „Laserstrahlung“ schreibt hier in Anpassung an den aktuellen Stand der Technik den Besuch einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung („Auffrischungskurse“) mindestens alle 5 Jahre vor. Umfang und Inhalt der zu absolvierenden Laserschutzkurse sind im DGUV Grundsatz 303-005 festgelegt.

Die von der Laseraplikon GmbH angebotenen Laserkurse  erfüllen die im DGUV Grundsatz festgelegten Anforderungen an Lehrgänge sowie  alle gesetzlichen Vorgaben aus der aktuellen OStrV und TROS. Die erfolgreiche Teilnahme wird durch ein Zertifikat zur Bestellung als Laserschutzbeauftragter bescheinigt. Für bereits bestellte Laserschutzbeauftragte, deren letzte Qualifikation mehr als 5 Jahre zurückliegt, bieten wir auch Online-Auffrischungskurse an.

ACHTUNG: Um Doppelregelungen mit der OStrV und TROS “Laserstrahlung” zu vermeiden, sollten die seit 1974 geltenden DGUV Vorschriften 11 (BGV B2) bzw. 12 (GUV-V B2) bereits Ende 2017 generell zurückgezogen werden. Dies wurde bislang noch nicht flächendeckend vollzogen, jedoch haben bereits verschiedene Unfallkassen und Berufsgenossenschaften die benannten Vorschriften außer Kraft gesetzt. Laserschutzbeauftragte, die also nur nach der DGUV Vorschrift 11 (BGV B2) bzw. DGUV Vorschrift 12 (GUV-V B2) geschult worden sind, müssen sich daher bis zum 31.12.2021 gemäß OStrV und TROS „Laserstrahlung“ nachqualifizieren.

 

Laseranwendung am Menschen (Anforderungen nach NiSG)

Medizinische Lasersysteme gehören zu den aktiven Medizinprodukten. Nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) dürfen solche Medizinprodukte nur von Personen betrieben und angewendet werden, die dafür die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen.

Hinsichtlich eines verbesserten Patientenschutzes regelt daher seit 2010 das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) den Betrieb von Anlagen, die optische Strahlung im Wellenlängenbereich von 100 Nanometern bis 1 Millimeter aussenden können.

Es gilt laut § 1 NiSG für:

  • „den Betrieb von Anlagen zur medizinischen Anwendung nichtionisierender Strahlung in der Heil- und Zahnheilkunde und
  • für den Betrieb von Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung außerhalb der Medizin, soweit die Anlagen gewerblichen Zwecken dienen oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen Anwendung finden.“

Im medizinischen Bereich dürfen solche Anlagen, deren Strahlungsintensität bestimmte anwendungsbezogene Werte überschreiten, nur noch betrieben werden, wenn eine berechtigte Person hierfür eine rechtfertigende Indikation gestellt hat.

Laut § 2 NiSG gilt als berechtigte Person:

  • „wer als Ärztin oder Arzt oder Zahnärztin oder Zahnarzt approbiert ist oder
  • wer sonst zur Ausübung des ärztlichen oder zahnärztlichen Berufs berechtigt ist

und über die erforderliche Fachkunde verfügt, um die Risiken der jeweiligen Anwendung nichtionisierender Strahlung für den Menschen beurteilen zu können. Die nach Satz 1 erforderliche Fachkunde ist gegenüber der zuständigen Behörde auf Verlangen nachzuweisen.“

Im nichtmedizinischen Bereich, z. B. zu kosmetischen Zwecken oder sonstigen Anwendungen außerhalb der Heil- oder Zahnheilkunde (z. B. Tattooentfernung) dürfen Laser der Klassen 1C, 2M, 3R, 3B und 4 nur betrieben werden, wenn bestimmte Anforderungen an deren Betrieb und die Fachkunde der anwendenden Person erfüllt sind. Diese Anforderungen regelt die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV), die am 31. Dezember 2020 in Kraft trat.

 

Fachkundenachweis für Laseranwendungen zu kosmetischen und sonstigen nichtmedizinischen Zwecken (Anforderungen nach NiSV)

Die NiSV gilt für den Betrieb von Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen, die zu kosmetischen oder sonstigen nichtmedizinischen Zwecken gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen eingesetzt werden.”

Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen gemäß dieser Verordnung sind:

  • Lasereinrichtungen, die einen Laser der Klassen 1C, 2M, 3R, 3B oder 4 gemäß DIN EN 60825-1:2015 enthalten“ und
  • „intensive Lichtquellen, die intensive gepulste oder ungepulste inkohärente optische Strahlung aussenden, deren Zweck es ist, einen Effekt auf das Zielgewebe auszuüben.“

Als Anwendung zu nichtmedizinischen Zwecken im Sinne der Verordnung gilt jede “Anwendung, die nicht dem Zweck der Untersuchung und Behandlung einer Patientin oder eines Patienten, der Früherkennung von Krankheiten, der Schwangerschaftsvorsorge oder der medizinischen Forschung dient,…”.

Betreiber der benannten Anlagen haben der zuständigen Behörde den Betrieb spätestens zwei Wochen vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Für sich bereits im Bestand befindliche Lasereinrichtungen gilt:

„Wird eine Anlage am 31. Dezember 2020 bereits betrieben, hat die Anzeige bis zum Ablauf des 31. März 2021 zu erfolgen.“

Personen, die die Anlagen zu nichtmedizinischen Zwecken einsetzen, müssen gleichzeitig nachweisen, dass sie über die erforderliche Fachkunde verfügen. Entsprechende Regelungen hinsichtlich der erforderlichen Fachkunde von berechtigten Personen, die in diesem Kontext Behandlungen mit Lasereinrichtungen oder intensiven Lichtquellen (IPL) durchführen dürfen, werden in §§ 4-5 und Anlage 3 Teil A–C der  NiSV festgelegt.

Demnach dürfen ab Inkrafttreten der Verordnung per 31.12.2020 „ablative Laseranwendungen oder Anwendungen, bei denen die Integrität der Epidermis als Schutzbarriere verletzt wird, die Behandlung von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen, die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent-Make-up …“ nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechendem Fachkundenachweis durchgeführt werden.

Nichtmediziner (z. B. Kosmetikerinnen) dürfen alleine nur noch Verfahren anwenden, deren Wirkung auf die Haut und deren Anhangsgebilde beschränkt sind und die Epidermis nicht verletzen (z. B. Haarentfernung).

Die spezielle Fachkunde für die Anwendung von Lasereinrichtungen und IPL durch Nichtmediziner ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“ und einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Optische Strahlung“ nachzuweisen. Der Besuch eines 1-Tages-Kurses ist also nicht mehr ausreichend!

Für den Nachweis der Fachkunde gilt aktuell noch eine Frist bis zum 31.12.2021. Auf Veranlassung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) wird jedoch in den zuständigen Gremien über eine weitere Fristverlängerung bis zum 31.12.2022 beratschlagt, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern.

Die Fachkunde ist auf dem neuesten Stand zu halten und alle 5 Jahre zu wiederholen.

Hinsichtlich der Ausführung bestimmter Laserbehandlungen zu nichtmedizinischen Zwecken durch nichtärztliches Personal unter ärztlicher Aufsicht (Delegationsrecht) gelten strenge Regeln.  Zu Fragen des Delegationsrechts ärztlicher Leistungen finden Sie Informationen u.a. auf den Webseiten der Bundesärztekammer.

Hilfreiche Informationen zum Themenkomplex NiSV und erforderliche Fachkunde finden Sie außerdem auf den Seiten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

 

WEITERE DOWNLOADS ZUM THEMA

 

Disclaimer: Die gemachten Ausführungen zum Thema „Laserschutzbeauftragter – Anforderungen und gesetzlicher Hintergrund“ stellen keine verbindliche Rechtsberatung dar und bedürfen im konkreten Anwendungsfall ggf. einer Einordnung durch eine oder einen spezialisierten Fachanwalt/-in.