Laserschutzbeauftragter

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Anforderungen und gesetzlicher Hintergrund

Vorbemerkung: Die geschlechtsspezifischen Bezeichnungen „Laserschutzbeauftragte“ und „Laserschutzbeauftragter“ werden nachfolgend einheitlich und gleichberechtigt als „Laserschutzbeauftragter“ tituliert.

Stand: 06/2019

 

Laserschutz und Lasersicherheit

Laser emittieren nichtionisierende Strahlung und können sowohl für Anwender/Behandler als auch Patienten bzw. weitere im Laserbereich anwesende Personen eine Gefährdung darstellen. Von der Laserstrahlung sind dabei primär die Augen und die Haut betroffen.

Laser (medizinische Lasersysteme, Dentallaser, Laborlaser, sonstige) dürfen daher nur von Personen betrieben und angewendet werden, die dafür die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen.

Beim Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B und 4 ist laut Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 11 „Laserstrahlung“ (vormals BGV B2) bzw. der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) und den daraus abgeleiteten Technischen Regeln (TROS) „Laserstrahlung“ ein Laserschutzbeauftragter vorgeschrieben, falls der Arbeitgeber/Betreiber diese Qualifikation nicht selbst besitzt.

 

Laserschutzbeauftragter (Anforderungen nach OStrV und TROS “Laserstrahlung”)

Mit der letzten Aktualisierung der OStrV im Oktober 2017 wurde der Funktion als Laserschutzbeauftragter eine größere Bedeutung zugewiesen. Demnach verfügt ein Laserschutzbeauftragter:

  1. „über eine abgeschlossene technische, naturwissenschaftliche, medizinische oder kosmetische Berufsausbildung oder
  2. über eine vergleichbare, mindestens zweijährige Berufserfahrung

jeweils in Verbindung mit einer zeitnah ausgeübten beruflichen Tätigkeit an entsprechenden Laser-Einrichtungen der Klassen 3R, 3B bzw. 4.”

Ein Laserschutzbeauftragter ist vom Arbeitgeber/Betreiber schriftlich zu bestellen. Nach OStrV ist die schriftliche Bestellung als Laserschutzbeauftragter bereits vor der ersten Inbetriebnahme eines Lasers der Klassen 3R, 3B oder 4 erforderlich. Bei Nichtbeachten drohen dem Betreiber der Anlagen empfindliche Bußgelder.

Ggf. sind für die Überwachung des sicheren Betriebs von Lasern mehrere Laserschutzbeauftragte zu bestellen. Gründe hierfür können laut TROS „Laserstrahlung“ sein:

  • „Komplexität der Aufgabenstellung (z. B. wechselnde Aufbauten, häufige Justierung, Einsatz von Fremdfirmen, unterschiedliche Fachbereiche u. a. in Krankenhäusern, mobiler Einsatz von Lasern)
  • Schichtarbeit, Vertretung bei Abwesenheit
  • mehrere Betriebsorte mit Laser-Einrichtungen
  • Anzahl der Laser-Einrichtungen mit hoher Gefährdung (z. B. hohe optische Leistung, Strahlengang nicht sichtbar)“

Gemäß § 5 OStrV unterstützt ein Laserschutzbeauftragter den Arbeitgeber:

  1. „bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung,
  2. bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen und
  3. bei der Überwachung des sicheren Betriebs von Lasern.“

In der Wahrnehmung dieser Aufgaben arbeitet ein Laserschutzbeauftragter eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen.

Die Verantwortung für die Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen und der Gefährdungsbeurteilung von Lasern der Klassen 3R oder höher verbleibt beim Arbeitgeber/Betreiber. Ein Laserschutzbeauftragter oder eine andere fachkundige Person können hierbei unterstützend tätig werden.

Die Qualifikation als Laserschutzbeauftragter erfordert den Besuch eines Laserschutzkurses oder Laserschutzseminars mit erfolgreich absolviertem schriftlichem Wissens-Test. Die Fachkenntnisse als Laserschutzbeauftragter sind durch regelmäßige Teilnahme an spezifischen Fortbildungsmaßnahmen auf aktuellem Stand zu halten. Grundsätzlich schreibt die TROS „Laserstrahlung“ den Besuch einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung („Auffrischungskurse“) mindestens alle 5 Jahre vor.

Die von der Laseraplikon GmbH angebotenen Kurse eignen sich auch als Auffrischungskurse.

 

Laseranwendung am Menschen (Anforderungen nach NiSG)

Medizinische Lasersysteme gehören zu den aktiven Medizinprodukten. Nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) dürfen solche Medizinprodukte nur von Personen betrieben und angewendet werden, die dafür die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen.

Hinsichtlich eines verbesserten Patientenschutzes regelt daher seit 2010 das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) den Betrieb von Anlagen, die nichtionisierende Strahlung aussenden können.

Es gilt laut § 1 NiSG für:

  • „den Betrieb von Anlagen zur medizinischen Anwendung nichtionisierender Strahlung in der Heil- und Zahnheilkunde und
  • für den Betrieb von Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung außerhalb der Medizin, soweit die Anlagen gewerblichen Zwecken dienen oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen Anwendung finden.“

Im medizinischen Bereich dürfen solche Anlagen, deren Strahlungsintensität bestimmte anwendungsbezogene Werte überschreiten, nur noch betrieben werden, wenn eine berechtigte Person hierfür eine rechtfertigende Indikation gestellt hat.

Laut § 2 NiSG gilt als berechtigte Person:

  • „wer als Ärztin oder Arzt oder Zahnärztin oder Zahnarzt approbiert ist oder
  • wer sonst zur Ausübung des ärztlichen oder zahnärztlichen Berufs berechtigt ist

und über die erforderliche Fachkunde verfügt, um die Risiken der jeweiligen Anwendung nichtionisierender Strahlung für den Menschen beurteilen zu können. Die nach Satz 1 erforderliche Fachkunde ist gegenüber der zuständigen Behörde auf Verlangen nachzuweisen.“

Im nichtmedizinischen Bereich, z. B. zu kosmetischen Zwecken oder sonstigen Anwendungen außerhalb der Heil- oder Zahnheilkunde (z. B. Tattooentfernung) dürfen Laser nur betrieben werden, wenn bestimmte Anforderungen an deren Betrieb und die Fachkunde der anwendenden Person erfüllt sind. Diese Anforderungen regelt nunmehr ergänzend die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV), die nach einer Übergangsfrist am 31. Dezember 2020 in Kraft tritt.

 

Fachkundenachweis für Laseranwendungen zu kosmetischen und sonstigen nichtmedizinischen Zwecken (Anforderungen nach NiSV)

Die NiSV gilt für den Betrieb von Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen, die zu kosmetischen oder sonstigen nichtmedizinischen Zwecken gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen eingesetzt werden.”

Anlagen zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen gemäß dieser Verordnung sind:

  • Lasereinrichtungen, die einen Laser der Klassen 1C, 2M, 3R, 3B oder 4 gemäß DIN EN 60825-1:2015 enthalten“ und
  • „intensive Lichtquellen, die intensive gepulste oder ungepulste inkohärente optische Strahlung aussenden, deren Zweck es ist, einen Effekt auf das Zielgewebe auszuüben.“

Als Anwendung zu nichtmedizinischen Zwecken im Sinne der Verordnung gilt jede “Anwendung, die nicht dem Zweck der Untersuchung und Behandlung einer Patientin oder eines Patienten, der Früherkennung von Krankheiten, der Schwangerschaftsvorsorge oder der medizinischen Forschung dient,…”.

Betreiber der benannten Anlagen haben der zuständigen Behörde den Betrieb spätestens zwei Wochen vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Personen, die die Anlagen anwenden, müssen gleichzeitig nachweisen, dass sie über die erforderliche Fachkunde verfügen. Hierzu gelten folgende Fristen:

„Wird eine Anlage am 31. Dezember 2020 bereits betrieben, hat die Anzeige bis zum Ablauf des 31. März 2021 zu erfolgen.“

Entsprechende Regelungen hinsichtlich der erforderlichen Fachkunde von berechtigten Personen, die in diesem Kontext Behandlungen durchführen dürfen, werden in §§ 4-5 und Anlage 3 Teil A–C der  NiSV festgelegt.

Demnach dürfen ab Inkrafttreten der Verordnung „ablative Laseranwendungen oder Anwendungen, bei denen die Integrität der Epidermis als Schutzbarriere verletzt wird, die Behandlung von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen, die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent-Make-up …“ nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Fort- und Weiterbildung durchgeführt werden.

Nichtmediziner (z. B. Kosmetikerinnen) müssen die Fachkunde für die Anwendung von Lasereinrichtungen und intensiven Lichtquellen durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls„Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“und einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Optische Strahlung“ erwerben. Der Besuch eines 1-Tages-Kurses ist nicht mehr ausreichend!

In beiden Fällen ist die Fachkunde auf dem neuesten Stand zu halten und alle 5 Jahre zu wiederholen.

Den gesamten Wortlaut der NiSV finden Sie hier.

 

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